Ausstellungen

Im Sommer 2014 hat das Museum Pankow den Fotobestand des Bauamtes übernommen. Ein riesiger Bestand an Aufnahmen, hauptsächlich aus den 1950er und 1980er Jahren, der die Nachkriegssituation und die Vorwendezeit im Prenzlauer Berg detailliert abbildet. Herrausragend dokumentiert ist die Schönhauser Allee, als eine der Hauptstraßen des größten Pankower Ortsteiles. Der Auftrag an mich war, daraus was zu machen.

Meine Planung ging dahin, den neuen Bestand ins Zentrum der Ausstellung zu stellen, allerdings wollte ich auch den Altbestand zeigen, das älteste Bild der Ausstellung stammt so auch von 1907. Es erschien mir reizvoll, die historischen Bilder der Gegenwart gegenüber zu stellen.

Kleemann Hüte, Schönhauser Allee, Ausstellung
Das Hutgeschäft Kleemann, seit 1905 an der Schönhauser Allee ansässig, in den 1950er Jahren, nebenan die Gaststätte "Zum Goldbroiler"

Ich habe eine Auswahl der Bilder getroffen von denjenigen Orten, die sich stark verändert hatten: Kriegslücken, die inzwischen geschlossen waren, Umbauten und Neubauten sollten gezeigt werden. Aber auch Situationen, die Konstanten aufwiesen, wählte ich bewußt aus und ging damit zu den Gewerbetreibenden auf der Schönhauser, mit dem Vorschlag, die Bilder für einen Zeitraum von zwei Monaten in den Schaufenstern zu zeigen. Die Bereitschaft teilzunehmen waren durchweg vorhanden, mit 24 Geschäften wurde die Ausstellung durchgeführt. Die Reaktionen der Flaneure war sehr gut, die Ausstellung erhielt von Bewohnern sowie der Presse eine große Aufmerksamkeit.


Goldbroiler, die Einschusslöcher vom Häuserkampf in Berlin sowie der Abzug des Gamaten sind verschwunden, die Situation im Jahr 2014.
Goldbroiler, die Einschusslöcher vom Häuserkampf in Berlin sowie der Abzug des Gamaten sind verschwunden, die Situation im Jahr 2014.
Flyer der Ausstellung "Entlang der Schönhauser durch's 20. Jahrhundert"
In den Geschäften lagen diese Flyer aus, der williige Flaneur konnte anhand der Karte alle Stationen der Ausstellung besuchen

Ziel der Ausstellung war es, das Museum mehr in die Öffentliche Betrachtung zu ziehen. Ausstellungen in Museen sind unerläßlich, doch gerade als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit sind Ausstellungen am historischen Ort sehr geeignet. Man kommt mit den Rezipienten in den Dialog, sämtliche angesprochene Besucher haben ein direktes Gefühl zum Ausstellungsobjekt. Solche Ausstellungen stärken die Bindung an den Wohnort, das Museum wird von Gewerbetreibenen und Bewohnern als lokaler Akteur stärker wahrgenommen.


Stephan Müller

Eberswalder Straße 29 LSF

10437 Berlin-Prenzlauer Berg

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Telephon 0178.838.40.38